Beobachtungen in Japan


Nikko (August 1994)

Onsen und Ofuro

Japaner lieben Aufenthalte bei heissen Quellen (onsen) und Bäder (ofuro) auf eine Art und Weise, die Deutsche nicht verstehen. Für Deutsche dient eine Badewanne der Reinigung. Im japanischen Bad wäscht man sich zuerst komplett mit Seife neben der Wanne (zughause) oder bevor man zum Becken geht (im öffentlichen Bad). Erst wenn man ganz sauber ist, steigt man in's heisse Wasser. Der Aufenthalt im Wasser dient in erster Linie der Entspannung. Japaner haben diese sehr nötig, ebenso wie z.B. Rücken- und Fussmassagen.

Ein vergleichbares in Phänomen in Deutschland ist die Lust auf Spaziergänge, die Japaner nicht verstehen. Für sie dient Gehen der Fortbewegung, zu einem Ziel.

Drei Städte

In Japan gibt es nur vier grössere Brauereien, die sich fast den gesamten Markt aufteilen. Eine davon ist Orion auf Okinawa (das von 1945-1972 unter US-Verwaltung stand), die anderen drei sind Asahi, Kirin und Sapporo. Der Marketingabteilung der letzteren Brauerei aus der gleichnamigen Stadt ist es wohl zuzuschreiben, dass mir in Japan schon mehrfach von den drei grossen Braustädten erzählt wurde: München, Milwaukee und Sapporo, die bemerkenswerterweise alle auf dem selben Breitengrad liegen. Ein Blick auf den Globus entlarvt das als Mythos: Ja, Milwaukee und Sapporo liegen etwa gleich weit vom Äquator entfernt, aber München liegt 400 km näher am Nordpol als die anderen Orte. Schlechte Geographie, gutes Marketing!

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